Traumdealer am Abstellgleis

Ich war auf meinen Fellzustand nicht stolz. Alleine der Anblick deprimierte mich. Mein innerer Regenbogen bestand neben deprimierendem und tristem Grau, dem Grau toter Tauben, auch aus dem Schwarz verlorener Stunden und zerplatzter Träume. Mein äußeres Regenbogenfell bestand aus matschigem Rot, verrußtem Gelb, wurmstichigem Grün, teerverklebtem Blau und seltsam psychedelischem Violett.

«Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens.» (Nietzsche)

Und zu allem Überfluss klebte es jetzt. Halbgeschmolzene Schokolade, die ich, bei jedem Versuch sie wegzubekommen, noch tiefer in mein Fell rieb. Schokolade gehörte in den Magen und nirgendwo sonst hin. Sie sorgte dafür, dass aus nichtssagenden nebligen Träumen Träume erster Güte wurden. Solche, zu denen sich eine Realitätsflucht noch lohnte. Und jetzt klebte sie in meinem Fell und ließ sich nicht einmal vernünftig abschlecken. Doch was war verblasste Eitelkeit gegen den Lohn der Anerkennung? Ich würde mit reicher Beute heimkehren, wenn ich diese verdammte Tüte endlich aus ihrer misslichen Lage befreien konnte. […]

Erschienen: Traumdealer am Abstellgleis