Der Schattenpakt

Und eine schon länger in meinem Kopf herumgeisternde Geschichte, die mit einer anderen Idee zu etwas Neuem kollidierte. Ein High-Fantasy-Roman, klassisch: Licht gegen Schatten!

Finstere Geschichten beginnen häufig in der Mitte der Nacht, wenn die Mondbrüder tief am Himmel stehen und halb von Wolken verdeckt werden. Wenn die Raben ihr Klagelied singen und ansonsten ein Schweigen über allem liegt. Ein undurchdringlicher Nebel, der allen kommenden Schmerz in die Welt tragen wird. Diese Geschichte jedoch beginnt am Nachmittag. Sonnendurchflutete Wiesen, blühende Felder und das eindringliche Blöken einer kleinen Schafserde. Eine junge Frau, hütete gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder die Tiere, die warmen Füße im kühlen Wasser eines dahinplätschernen Baches . […]

 

»Sag mir, warum trauert das Volk?« Er ging an ihr vorbei zum Fenster und starrte wieder in die Nacht. »Morgen verliert die Steppe ein Kind, mein Fürst. Es ist kein Geheimnis, dass eure Braut nach der Empfängnis Eures Erbens vom Schatten kostet.« »Kosten?« Er schnaubte. »So nennen es die Nomaden. Wie würdet ihr es nennen, wenn mir die Frage gestattet ist, Herr?«

»Verflucht. Ich nenne es verflucht.« […]

 

»Liebt ihr sie?« Es war ein Schuss in die Sonne. Hardos Augen verrieten den Treffer, dann hatte der Fürst sich wieder unter Kontrolle. »Ihr seid ein direkter Mann.« Calren schwieg. Schweigen war eine gute Möglichkeit Antworten zu erhalten. Hardo drehte das Weinglas im Kerzenlicht und beobachtete die Reflexion: »Ich bin mit Nath’Garoth dem Fürst der Schatten verbunden, ein miserabler Ehemann, schlechter Vater und neige zu Wutausbrüchen. Das letzte, was ich sein sollte ist ‘verliebt’.«

Noch nicht erschienen.