Ektoplasma am Grünstreifen der Tristesse

Geisterjäger an einer Autobahnraststätte. Was läge näher? Die Geschichte muss noch etwas im Speicher meiner Festplatte reifen, ehe ich sie an die werte Leserschaft lasse. Ich freue mich drauf, wenn es soweit ist.

Würde man Orte aufzählen, die sich nicht für ein Dimensionsportal eigneten, stünde der Spülkasten der Rastplatztoilette 4c an der norddeutschen Autobahn A29 wohl unter den Top drei. Geschlagen lediglich vom Erdmittelpunkt und dem Domplatz in Rom. Gut geeignet waren dagegen, Wälder in Nordschweden, wo sich nur hin und wieder ein unschöner Zwischenfall mit einem Elch ereignete, der unter Umständen mit einem grünen Fellpuschel endete.

Bei diesem Spülkasten-Dimensionportal-Ausgang handelte es sich um eine lebensbedrohliche Sackgasse. Das schwarze Gewebeband, dass den Kasten versperrte, war dabei nur kleiner Hinweis, was hinter dem porösen Plastik und dem kalkhaltigem Wasser wartete.

„Wenn ich noch höre einziges Geräusch, dann werde ich dir machen Dampf. Hörst Du?»

Die Stimme von Frederike – nennst Du mich Fred – hatte den schönen osteuropäischen Klang, einer wirklich wütenden Lebensmittelchemikerin, die aktuell nicht in der Lage war ihren Beruf auszuüben, weil die Behörden ihren Abschluss nicht anerkannten. Fred stampfte auf, was den Toilettenwagen zum Wackeln brachte und unmissverständlich ihre Position einer sich auf ihr Ziel zu bewegenden Abrissbirne verdeutlichte. 

Noch nicht erschienen.